Weltmacht 'Liebe'



Die USA werden am 20. Januar 2009 einen neuen Präsidenten haben. - Es heißt, der Präsident der USA sei der mächtigste Mann der Welt. - Obama hat hohe Ziele, wird aber auch ein schweres Erbe übernehmen. Wird er die Macht haben, diese Ziele auch zu verwirklichen?

Die Bürger der USA haben ihn gewählt, weil sie eine andere Politik wollen, als sie George W. Bush praktiziert hat. - Sind diese Bürger aber auch bereit, ihm zu folgen, wenn die einzig mögliche Politik, die auch langfristig das Überleben der Menschheit sichern kann, Verzicht heißt? - Verzicht auf den 'Amerikanischen Traum' von der unbegrenzten Freiheit, Verzicht auf das Ziel, die USA sollen die einzige Weltmacht sein, Erkenntnis, daß es nicht 'das Gute' in den USA gibt und 'das Böse' in den Staaten, die der Politik der USA nicht folgen wollen und ihre eigenen Vorstellungen von 'Gut und Böse' haben!

Und dann sind da noch die 'Schmarotzer', die Spekulanten in Nadelstreifenanzügen, die - einem 'Schwarzen Loche' ähnlich - alles Erreichbare an Geld und Lebensgütern aufsaugen, es der Allgemeinheit stehlen und die Millionen von Toten, die dieses Verhalten zur Folge hat, mit einem Achselzucken hinnehmen. - "Soll ich meines Bruders Hüter sein?!" - Ist das 'Neiddiskussion'? - Soll ich neidisch sein auf Menschen, deren charakterliche Haltung ich verachte?

Obama wird Präsident! - Das habe ich mir gewünscht. Er will eine bessere USA. - Ich wünsche ihm von Herzen dazu die Kraft, die Macht und auch das Glück; denn auch das ist nötig. Denken wir an die 'Chaostheorie'. -

Ich denke aber auch an eine Jahrestagung der 'Vereinigung Deutscher Wissenschaftler' (VDW) aus den 60er Jahren in Marburg. - (Sie wird im Jahre 2009 50 Jahre alt). - Es ging um die Gefahren der Kernwaffen und die Frage von Krieg und Frieden. Da machte der damalige Vorsitzende, Prof. Karl-Friedrich von Weizsäcker u.a. die Bemerkung, er könne sich, um einen dauerhaften Frieden zu erreichen, nur eine Weltregierung vorstellen, wisse aber nicht, wie man dahin kommen könne. - Ich war damals etwas schockiert über diese Vorstellung; denn wie soll man bei so vielen Unterschieden zwischen den Völkern und Staaten dahin kommen?- Inzwischen sind mehr als 40 Jahre vergangen, und ich sehe selbst keinen anderen Weg. -

Und dann sehe ich die Leitbilder, die den heutigen Jugendlichen vermittelt werden, sehe die Hinwendung zur 'Spaßgesellschaft', das Desinteresse an Gründlichkeit, vor allem auch im Nachdenken über politische und soziale Probleme, die in SMS, in Kurzmitteilungen zerlegt werden.

Ich gehöre der bereits abgeschriebenen Generation an. Ich habe in den vergangenen 11/2 Jahren manche Angehörige und Freunde verloren, bin in den Augen vieler Jugendlicher ein 'Grufti'. - Aber ich spüre, daß ich noch etwas zu sagen habe, weil nicht unbedingt 'neu' auch 'besser' bedeuten muß.

Ich denke an die Zeit meiner Jugend, als ich Nietzsches 'Also sprach Zarathustra' las, 'Vom Wege des Schaffenden': "Frei nennst du dich? Deinen herrschenden Gedanken will ich hören und nicht, daß du einem Joche entronnen bist. .... Frei wovon? Was schiert das Zarathustra? Aber hell soll mir dein Auge künden: frei wozu?" - Auch dieses Zitat hat mein Leben geprägt, hat mich veranlaßt, nach dem zu suchen, was einmal bleibt, wenn es heißt endgültig Abschied zu nehmen.

Im Laufe der Jahre sind es viele Gedanken geworden, die mich beherrscht haben. - Was aber ist der herrschende Gedanke, der nicht nur mich, sondern die ganze Welt beherrschen soll, damit sie eine Heimstatt für die Menschen und die gesamte Lebewelt bleiben kann? - Es ist die Liebe, nicht die körperliche. - Sie ist nur ein Teil und schlägt häufig ins Gegenteil um. - Ich meine die Liebe, die alles umfaßt, die Liebe zur gesamten Schöpfung. - Nur, wenn ein genügend großer Teil der Menschheit das erkennt, einsieht, daß nicht Konkurrenz, sondern Kooperation die Weltprobleme lösen kann, wird eine Weltregierung möglich werden. - Dann müssen die Ziele der UNO mit 'Fleisch und Blut' gefüllt werden und - so habe ich einmal scherzhaft gesagt - alle bei der UNO Tätigen einen intensiven Feuerwehrkurs besuchen, damit sie lernen schnellstmöglich zu reagieren und nicht erst dann eingreifen, wenn schon Tausende von Opfern zu beklagen sind.

Über Jahrzehnte hat mich die allumfassende Liebe getrieben, den Weg für eine Weltregierung zu bereiten. In meinem Weihnachstsbrief von 1994 habe ich eine Sprechchorkantate von Rudolf Otto Wiemer: "Hab' acht auf den Menschen!" abgedruckt und kommentiert. Es lohnt sich wohl, den Brief nochmals zu lesen. Er ist auf meiner Homepage www.zukunft-frieden-schulze.de zu finden. Diese Kantate wurde etwa im Jahre 1955 in einer Schule aufgeführt. - Heute wird man sagen: "So etwas ist 'out'!" - Ist es das wirklich? - Wenn es 'out' ist, müssen wir dafür sorgen, daß es wieder 'in' wird; denn nur, wenn schließlich alle Menschen - und vor allem auch die Jugend - bereit sind, der 'Weltmacht Liebe' zu folgen, hat der Planet Erde noch eine Chance.

Da muß vieles in Frage gestellt werden, z.B. die 'Kampfspiele', die Rufe: "Wir sind Deutschland!", "Wir sind Weltmeister!", das Streben, auf Kosten der anderen nach vorn zu kommen, - die 'Gier' nach materiellen Gütern, nach Reichtum. - In anderen Kulturkreisen: die sogenannte 'Familienehre' mit ihren grausamen Folgen, die Diffamierung der Frauen, die Zwangsverheiratungen usw.

Mancher wird sagen: "Der 'Lebenskampf' ist ein Kennzeichen der Natur, hat die Entwicklung allen Lebens vorangetrieben. Wir können uns da nicht außerhalb stellen!" - Aber die Natur ist grausam, kennt nicht die 'Weltmacht Liebe' - Wie ist es sonst zu verstehen, daß z.B. von einer Tierart Tausende von Nachkommen produziert werden, von denen nur einzelne das Erwachsenenalter erreichen, der größte Teil aber Futter für andere Arten ist. Ist das 'Babymord'? - Die Natur probiert die verschiedensten Variationen einer Entwicklung aus. Zeigt sich, daß eine nicht in das Gesamtsystem paßt, wird sie verworfen, wird diese Art ausgerottet. - Die Menschheit steht bereits auf der 'Warteliste der Vernichtung'. Doch sie hat auch die 'Früchte vom Baum der Erkenntnis' gegessen. Sie hat die Möglichkeit, der Vernichtung zu entgehen, wenn sie einen Weg geht, der innerhalb des Gesamtsystems 'Gaia', der 'Mutter Erde' bleibt.

Auf diesem Weg hören wir die Klänge aus Beethovens 9. Symphonie: "Alle Menschen werden Brüder ...... diesen Kuß der ganzen Welt! ..." - und lesen den Wegweiser:

Weltmacht 'Liebe'.

09.11.08


vorläufiges Ende
Klicken Sie auf Home, wenn Sie links keine Navigation sehen: Zur Homepage: 
www.zukunft-frieden-schulze.de 
Zukunft und Frieden als Lebensaufgabe