Team-Work - weltweit!
Ein Überblick (Kurzfassung des gleichnamigen Artikels)



Schon seit Jahren bedrängt mich die Frage, ob wir mit unserem gegenwärtigen Wirtschaftssystem die Zukunftsprobleme meistern können. Dazu habe ich mehrere Beiträge geschrieben, die auf dieser Homepage zu finden sind. Ich habe jedoch den Eindruck, daß einige wesentliche Punkte nicht kräftig genug behandelt wurden. - Die Erörterung dieses Hauptproblems fällt allerdings unter ein Tabu. - Orwell würde 'Verbrechenstop' dazu sagen. Wir kommen aber nur weiter, wenn wir uns darüber hinwegsetzen. -

Selbst die konservativen Menschen in den USA beginnen einzusehen, daß der bereits spürbare Klimawandel größtenteils durch uns Menschen gemacht wird. Täglich kommen Meldungen über den Raubbau an der Natur. - Wer ist bereit, wirklich ernsthaft daraus die Konsequenzen zu ziehen, wenn sie auch seinen Geldbeutel und seine Interessen betreffen? Als Beispiele nenne ich den Kraftfahrzeugverkehr und das Fliegen.

Wenn auch in Zukunft höher entwickeltes menschliches Leben möglich sein soll, benötigen wir für die politische und wirtschaftliche Steuerung das Raumschiffdenken, d.h. wir müssen uns vorstellen, welche Regeln für ein Raumschiff gelten müßten, das sich auf einer jahrelangen Reise zu anderen Welten befindet. Es lassen sich dann Lebensregeln ableiten, die auch für uns gelten müssen; denn auch die Erde hat keine unbegrenzten Vorräte. -

Es ist eine nachhaltige Wirtschaft notwendig. Dazu ist Gaia-Denken angesagt. - Gaia ist in der griechischen Mythologie die 'Mutter Erde'. Sie ist selbst als ein Organismus anzusehen, bei dem alle Organe (Tiere [einschließlich Menschen], Pflanzen, Mikroorganismen und unbelebte Natur) richtig zusammenwirken müssen, damit er am Leben bleibt. Und nur, wenn er am Leben bleibt, werden die Menschen, als ein Teil davon, auch leben können. -

Wir brauchen eine Globalisierung, aber eine völlig andere als die heutige. Die Regeln, nach denen wir als Menschen unser Handeln auszurichten haben, müssen den Anforderungen von Gaia entsprechen.

Das derzeitige kapitalistisch-marktwirtschaftliche System ist zur Lösung unserer Probleme nicht brauchbar. Es basiert auf der Wachstumsideologie und dem Konkurrenzdenken. Zur Versorgung der Menschen unter größtmöglicher Schonung der Umwelt ist Planwirtschaft erforderlich! Ich benutze für diese Feststellung den Fettdruck, weil dies ein so wesentliches Tabu ist, daß kaum jemand wagt, es deutlich zu sagen. Es muß aber von möglichst vielen eingesehen werden. - Planwirtschaft ist nicht notwendig mit Marxismus verbunden. Sie wird vor allem auch dann eingesetzt, wenn mit Vorräten sparsam umgegangen werden muß und Arbeitskräfte nicht beliebig zur Verfügung stehen. Das ist z.B. in Kriegen der Fall. Aber auch in der ganz normalen Wirtschaft spielt sie eine bedeutende Rolle.

Das Denken in den Kategorien des derzeitigen Wirtschaftssystems hat zu unseren weltweiten Problemen von Not, Arbeitslosigkeit, Umweltbelastung, Vernichtung von Rohstoffen, Kriegen usw. geführt. Also ist eine andere Denkweise erforderlich. - Versuchen wir es einmal anders, nämlich mit dem militärischen Denken, bei dem charakteristisch ist, daß es sich nicht um Geld kümmert. - Ein Militärstratege wird fragen: Was ist meine Aufgabe? - Was steht mir zur Verfügung? - Menschen, Produktionsmittel, Energie, Rohstoffe. - Dann wird er fragen: Kann ich mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln meine Aufgabe bewältigen? - Wenn er dafür sorgen kann, daß alle Beteiligten das zum Leben Notwendige bekommen, braucht er im Grunde kein Geld; denn das ist nur ein Tauschhilfsmittel.

Wenn er seine Aufgabe angehen will, wird er die nötigen Produktionsstätten einfach beschlagnahmen und die Arbeiter dienstverpflichten und natürlich auch alle mit dem Lebensnotwendigen versorgen. - Um Handlungshinweise zu finden, erforscht er nicht die Wirtschaftspolitik in den wenigen sozialistischen Ländern, sondern nimmt als Vorbild die hiesige Industrie.

Zum Begriff 'Planwirtschaft' wird uns eine Horrorvorstellung aufgebaut. 'Diktatur' und 'Unfreiheit' sind damit verbunden. Es wird betont, daß die Freiheit das Wichtigste in unserem Leben sei. - Freiheit kann aber nicht absolut gelten. Ich nenne als Beispiel unseren eigenen Körper. Wenn wir ihn betrachten, können wir zwei wesentliche Gruppen von Organen erkennen. Die einen (Herz. Lunge, Leber, Nieren usw.) dienen der Aufrechterhaltung des Lebens, der Versorgung. Sie arbeiten automatisch gesteuert so zusammen, daß dieses Ziel erreicht wird. Eine bewußte Einwirkung von uns ist nicht vorgesehen. - Die anderen (Arme, Beine, Augen, Ohren, Geruch, Tastsinn usw.) können wir bewußt innerhalb bestimmter Grenzen einsetzen. Sie dienen der Entfaltung in unserem Leben. Unser Freiheitsbedürfnis liegt im diesem Bereich. - Wenn wir nun erreichen könnten, daß der Zeitaufwand für unsere Arbeit in der 'Versorgungswelt' möglichst klein wird und wir viel Zeit für unsere persönlichen Vorstellungen gewinnen könnten, so müßte doch jeder mit dieser Lebensweise sehr zufrieden sein.

Planwirtschaft wird von der Politik und den Leitern großer Konzerne abgelehnt. Sie wird aber exakt in ihrem Machtbereich durchgeführt, wobei auf die Menschen keine Rücksicht genommen wird. Hauptsache ist, daß das Ergebnis stimmt. Kein Produkt (z.B. Auto) wird erfolgreich hergestellt werden können, wenn die Fertigung nicht genau geplant ist. Das schließt die Zulieferbetriebe ein; denn die einzelnen Bauteile müssen exakt zu einer bestimmten Zeit am Montageort eintreffen, wenn sie für die spezielle Modellausführung benötigt werden.

Die in der Produktion arbeitende Bevölkerung ist also in einer 'Planwirtschaft' beschäftigt. Nur wird das verschleiert, weil dieser Begriff 'Unfreiheit' suggeriert. - Doch denken wir noch einmal an das 'Organismusmodell', also an unseren eigenen Körper. - Wie schön ist es, daß da alles, was mit der Versorgung, der Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen, zusammenhängt, automatisch abläuft. Deshalb fühlen wir uns nicht unfrei! Unser Lebensinhalt liegt im Bereich der Entfaltung. Da wollen wir möglichst viel Freiheit haben! -

Die Aufgabe, eine lebenswerte Welt zu erhalten, kann die Menschheit nur gemeinsam lösen. - Team-Work muß im Mittelpunkt unserer Überlegungen stehen. Es wird allerdings ungeheuer schwer sein, die gesamte Menschheit zur Teamarbeit zu bringen, ohne daß diese als Sklavenarbeit und die Organisation als Diktatur empfunden wird.

Überall in der Wirtschaftswelt spielt sie heute eine große Rolle. Diese Form der Zusammenarbeit ist aus keinem Betrieb mehr wegzudenken. Auch in der Forschung sind es heute meist nicht mehr Einzelne, die sich um eine Fragestellung kümmern. Wissenschaftliche Veröffentlichungen nennen meist mehrere Namen als Verfasser. Jeder Mitarbeiter trägt mit seinem Wissen und seinen besonderen Fähigkeiten zum Erfolg bei. Team-Work ist die erfolgreichste Methode zur Lösung schwieriger Probleme!

Voraussetzung für einen Erfolg bei unserer Aufgabe ist meines Erachtens, daß von allen Beteiligten die Erfordernisse erkannt werden, daß die Menschen begreifen, daß es nicht anders geht, daß die Logik der Regelungen akzeptiert wird und jeder seine eigene Verantwortung erkennt - und zwar für das Ganze, nicht nur für das eigene Leben. - Das Mißlingen ist programmiert, wenn einer oder mehrere versuchen, besondere Vorteile für sich daraus zu ziehen. Das - schier unüberwindbare - Hauptproblem liegt in der Forderung, daß Team-Work weltweit erfolgen muß.

Wenn wir die UNO an die Spitze stellen, so benötigt sie eine völlig neue Verfassung. Nicht die Macht, sondern der Verstand und die Unparteilichkeit müssen regieren. D.h., daß es auch kein Vetorecht einiger Großmächte geben darf. Von Macht darf überhaupt keine Rede sein.

Je umfassender ein System ist, desto schwerer ist es, die Zusammenhänge bzw. Koppelungen zu durchschauen. Unser Dilemma besteht wohl darin, daß die Menschheit vermutlich das Wissen hat, wie unsere Probleme zu lösen wären, aber die Menschen selbst nicht reif genug sind, es sinnvoll anzuwenden

Möglicherweise sollten wir Untersysteme schaffen, welche für ihren Bereich Lösungen erarbeiten, aber sich dabei strikt - nach dem Prinzip 'Team-Work - weltweit!' - an die Vorgaben der 'neuen UNO' halten. - Das dürfte aber nur gelingen, wenn die Regeln so geschaffen werden, daß niemand durch die Wahl seines Verhaltens persönliche Vorteile oder solche für seinen Bereich erlangen kann. Verbesserungen für den kleinen Bereich kann es nur geben, wenn sie nicht mit den Interessen und Lebensgrundlagen im Gesamtsystem Erde im Widerspruch stehen. Das gesamte Lenkungssystem muß auf Vertrauensbasis funktionieren. Niemand darf auch nur den leisesten begründeten Verdacht haben, daß er bei irgendeiner Maßnahme 'über den Tisch gezogen werden soll'.

In den 70er Jahren gab es mehrere Computerstudien zum Thema 'Die Grenzen des Wachstums'. Der Computer wurde damals eingesetzt, um zu errechnen, was geschehen würde, wenn man so weitermachte wie bisher. Allerdings konnte man in diesen Jahren - wegen der geringen Leistungsfähigkeit der Computer nur relativ einfache Beziehungsnetze aufstellen. Man konnte aber auch Szenarien untersuchen, die unter ganz anderen Bedingungen der Vernetzung arbeiten. Man hätte z.B. ein anderes Wirtschaftssystem voraussetzen können. Doch hier fehlte der Mut und fehlt auch heute noch. - Wir sollten heute mit Computersimulation mögliche Lösungswege testen. Die Revolution fände gewissermaßen im Computer statt und fordert nur Rechenzeit, aber kein Blut.

Wir könnten zu einem neuen Denken in Bezug auf das Wirtschaftssystem kommen. Kooperation statt Konkurrenz sollte schon die Jugend lernen. Vielleicht lassen sich spannende Computerspiele entwickeln, welche z.B. die nötige Kooperation einüben, und die Jugend auf Gewaltspiele mit ihren fragwürdigen Folgen verzichten lassen. -

Wir müssen das neue System denkbar machen, zeigen, daß es funktionieren könnte, darlegen, welche Bedingungen erfüllt sein müßten. Vor allem aber müßten wir zeigen können, daß es ein 'menschliches' System sein kann, lebenswert für alle. -

Wir sehen uns ziemlich ratlos. - Eine völlig andere Politik soll gemacht werden. Aber es ist nicht zu erkennen, wie unsere derzeitige menschliche Gesellschaft das schaffen könnte. Wir sollten uns aber fragen, ob Zeitgenossen Goethes - also Menschen vor 200 Jahren - damals einen Science-Fiction-Roman, der unsere Lebensweise von heute beschreibt, für realisierbar gehalten hätten. - Da die Entwicklung heute viel schneller geht als damals, könnte vielleicht bereits in 30 Jahren eine Welt existieren, die für uns heute undenkbar scheint. - An uns liegt es, ob es eine Welt ohne Krieg mit einem wundervollen Zusammenspiel aller sein wird, oder ob es eine Welt sein wird, in der Menschen keine Rolle mehr spielen. -

Erfolgreich wird die neue Weltpolitik, die wir anstreben, nur sein, wenn ein anderes Denken die Menschen erfaßt, ein Denken, bei dem das Sein und nicht das Haben maßgebend ist. In Zukunft sollte gelten: Jeder soll für seine Arbeit einen angemessenen Lohn erhalten, aber nicht - möglicherweise ganz ohne Arbeit - irgendwelche Gewinne erzielen! Es darf nicht aus allem ein Geschäft gemacht werden. -

Wo liegt der richtige Weg? - Ich weiß es nicht und bin zu alt, um ihn noch zu finden! - Ich weiß aber, daß es nur ein Weg des Friedens sein kann. Und auf diesem Weg muß die Liebe eine große Rolle spielen, nicht die Liebe zu uns selbst, sondern zu allem Leben auf dieser wunderschönen Erde!

Die Zeit drängt! - Haben wir die Kraft und den Mut mit der Änderung zu beginnen! Und denken wir an ein Gesetz, das in der Physik, aber auch im menschlichen Handeln gilt: 'Die Haftreibung ist größer als die Gleitreibung.' - Wenn wir erst einmal etwas Bewegung in die Denkstruktur gebracht haben, wird der Wandel sich beschleunigen können.


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