Information oder 'Kunst' im Fernsehen?

(März 2006)


Ich bin 84 Jahre alt und schwerhörig. Dadurch wird mir wahrscheinlich ein Problem bei Informations-Fernsehsendungen besonders deutlich:

Das Fernsehen sollte nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch Informationen über die verschiedensten Gebiete vermitteln. Die Zeit, die bei den einzelnen Sendern (z.B. 3sat, Arte, Phoenix und auch den anderen öffentlich-rechtlichen) dafür zur Verfügung steht, ist recht kurz bemessen. Sie sollte deshalb möglichst vollständig für die Information genutzt werden. Und die muß gründlich und nicht oberflächlich sein. - Die Zahl und Größe der Probleme, die in Zukunft von der Menschheit gelöst werden müssen, nimmt gewaltig zu. Da müssen möglichst viele sehr gut informiert sein, um bei der Lösung mitwirken oder die richtige Wahlentscheidung treffen zu können. Diese Aufgabe könnte - neben anderen Einrichtungen - auch das Fernsehen übernehmen.

Ich habe aber den Eindruck, daß es den Produzenten solcher Sendungen häufig mehr auf das Bild als auf den Inhalt ankommt. Das Bild, dessen informativer Inhalt den Text unterstützt ist äußerst wichtig, aber nicht 'technische Spielereien', die eher verwirren oder ablenken statt zu informieren. - Es kommt darauf an, nicht nur besonders hochbegabte, sondern auch ganz normale (auch ältere) Menschen zu unterrichten.

Ich schätze mich nicht als besonders 'begriffsstutzig' ein, habe aber Probleme, die - wie gesagt - durch Alter und Schwerhörigkeit verstärkt werden. Bewußt geworden sind sie mir neulich wieder bei einer Sendung 'Expedition ins Gehirn'.

An vielen Stellen hört man den 'Fachmann' in englischer Sprache kaum schwächer als den Simultandolmetscher. Es ist schon sehr schwer, diese beiden Informationen zu trennen. Weil das noch nicht reicht, werden noch Musik und Geräusche untergelegt. Dann ist die Nutzinformation von solchem 'Rauschen' kaum zu trennen. Viele Worte können nicht mehr identifiziert werden.

Sicher mag es Menschen geben, die diese Schwierigkeiten nicht haben. Kann man die aber als Zielgruppe ansehen? - Es geht doch von der zu vermittelnden Information nichts verloren, wenn man die nichtdeutsche Ausgangssprache ganz wegläßt und vor allem auf Zusatzgeräusche oder Musikuntermalung (und auch auf 'Bildspielereien') verzichtet. 'Kunstwerke' können in anderem Zusammenhang gebracht werden.

Wer ist bereit, das zu ändern, bei einer 'Fernsehphilosophie', deren Kerninhalt die 'Quote' ist?


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