Vernunft statt Gewinn!
20.02.08



"Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." (Grundgesetz Artikel 1, Absatz 1) -

Dieser Artikel gilt für uns alle, verpflichtet auch mich. - Und dann lese ich in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 15.02.08 in einem Kommentar zur Energiepolitik von Bernd Knebel: "Wenn die Gesellschaft an ihrem gewohnten Wohlstand festhalten will, dann muß der Umbau jedoch verträglich gestaltet werden."

Es geht in diesem Kommentar, der hier nur als Beispiel für viele steht, um Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. - Doch da ergeben sich mehrere Fragen: Z.B. Welches ist der 'gewohnte Wohlstand'? - Ist es der unserer Wirtschaftsmanager oder der zweifelhafte von Hartz-4-Empfängern? - Meinen wir nur Deutschland oder Europa? Oder schließen wir die Hungerregionen auf der Erde mit ein? -

Im Grundgesetz steht 'des Menschen'. Das sind wohl alle Menschen auf dieser Erde - unabhängig von Volkszugehörigkeit, Rasse, Religion oder Weltanschauung.

Wenn wir in den Industrienationen einen bestimmten Wohlstand als unser gutes Recht ansehen, muß der auch als Norm für die übrige Welt gelten. Dann dürfen wir unseren nicht auf Kosten der ärmeren Völker auf der Welt zu erhalten versuchen. - Doch es wurde errechnet, daß wir fünf Planeten wie unsere Erde brauchten, um diese Bedingung erfüllen zu können. - Diese Möglichkeit scheidet also aus. - Was gibt es aber dann noch? -

Und da war wieder zu lesen, daß die Deutschen im vergangenen Jahr erheblich mehr Flugreisen gemacht haben als in den Jahren davor und vor allem auch - an anderer Stelle -, daß man alles daran setzen müsse, um ein höheres Wirtschaftswachstum zu erreichen. Letztlich gehe es um die Arbeitsplätze. - Und dann werden neue Dinge entwickelt, die wir angeblich alle haben müssen. - Der Material- und Energieverbrauch steigen entsprechend. - Das gilt vor allem auch, wenn wir zulassen wollen, daß die Weltbevölkerung - und auch die deutsche - weiter anwächst.

Es ist doch ganz einfach zu verstehen. Warum wird es so selten deutlich gesagt? - Wenn wir uns auf einer Expedition befinden und nur auf uns selbst gestellt sind, muß die vorhandene Nahrung gleichmäßig verteilt werden. Wenn einer sich mehr aneignet, werden die anderen weniger haben. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis sie sich gegen den Schmarotzer auflehnen werden. Dann gibt es Krieg, durch den die Lebensbedingungen wahrscheinlich noch weiter verschlechtert werden. Dem Artikel 1 GG entspricht das nicht.

Es bleibt meines Erachtens nur eine Möglichkeit: Wir müssen geeignete Wege suchen, wie wir mit bedeutend weniger materiellen Ansprüchen ein glückliches, ein erfülltes Leben haben können. Doch dazu ist eine grundsätzlich andere Weltsicht notwendig.

Wir sind heute Sklaven unseres Wirtschaftssystems. Und wenn wir z.B. aufhören Überflüssiges zu produzieren, so gefährden wir Arbeitsplätze, die wir ja so dringend benötigen. - Da hilft nur eines: Die Wirtschaft muß wieder zu dem werden, was sie einmal war, nämlich einem Hilfsmittel zur Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen, also Diener und nicht Herrscher. Nicht der Mensch hat sich der Wirtschaft anzupassen, sondern die Wirtschaft den Bedingungen der Menschen.

Die Leitlinien, die heute unser politisches und Wirtschaftsleben bestimmen, heißen: Steigerung des Gewinns für uns persönlich oder für unser Gemeinwesen. Die Frage, wie es dann anderen geht, gehört nicht in den zugehörigen Wortschatz. Doch damit ist die Erde nicht zu retten. Ein Umdenken ist notwendig. Nur, wenn sich die Menschheit vom Egoismus abwendet und alle Eingriffe von der Vernunft geleitet werden, gibt es für alle eine Chance zum Überleben.

Was alles dabei zu beachten ist und wo mögliche Ansatzpunkte zu finden wären, dazu finden sich viele Gedanken an anderer Stelle auf dieser Homepage. Aber Patentrezepte habe ich nicht. Die Jüngeren sind gefordert.


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