Die Hamas und Hitler - oder
'Wenn Rabin nicht ermordert worden wäre ...'

(März 2006)



Die 'westliche Welt' ist entsetzt darüber, daß in den Palästinensergebieten bei der letzten Wahl die radikale Hamasgruppe eine überzeugende Mehrheit bekommen hat. -

Ist das etwas so Besonderes? - Das ist doch nicht einmalig in der Geschichte. Israel und die Länder, die die harte Politik Scharons hingenommen haben, haben mit dazu beigetragen.

Können wir uns überhaupt ein Bild machen vom vielfältigen Leid von Menschen, die in dem Land, in dem ihre Eltern und Großeltern gelebt haben, nur noch geduldet sind und große Not leiden. Was wissen wir von den vielen, die immer noch in Flüchtlingslagern leben? - In diesem geschundenen Land Palästina gibt es wirklich ein tragisches Geschehen im altgriechischen Sinne; denn alles, was getan wird, ist falsch in der einen oder anderen Richtung. Denn da ist noch ein zweites Volk, die Israelis, Menschen, deren Vorfahren ebenfalls in diesem Gebiet gelebt haben und deshalb Rechte geltend machen. - Eine Lösung ist nur im friedlichen Zusammenleben beider Völker denkbar. Aber, wie soll das erreicht werden?

1933 kam Hitler mit den Nationalsozialisten an die Macht und hat in wenigen Jahren die Welt ins Elend gestürzt. - Wie konnte es aber dazu kommen? - Die Zahl derer, die kompetent Auskunft geben könnten, ist äußerst gering. Ich selbst war in den Anfängen dieser Entwicklung auch erst ein Kind, weiß also auch nur vom Gespräch der Erwachsenen, wieso Hitler so schnell einen großen Zuspruch bekommen konnte. Und doch war ich am Geschehen näher dran als die meisten Mitbürger, die viel jünger sind.

Man kann wohl mit Fug und Recht sagen, daß Hitler durch die Not der deutschen Bevölkerung in der Nachkriegszeit an die Macht gekommen ist. Die Nazis waren erst eine recht kleine Partei. Sie ist erst in der Zeit der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er und Anfang der 30er Jahre gewaltig angewachsen. Die meisten sahen keinen Ausweg mehr und glaubten den Versprechungen Hitlers. - Das Ende ist bekannt.

Über einen solchen Verlauf einer geschichtlichen Entwicklung brauchen wir uns nicht zu wundern. Jeder, der keinen Ausweg mehr weiß, greift nach jedem Strohhalm, der ihn retten könnte, auch wenn er sich später als Giftstachel eines Skorpions herausstellt.

Nun haben die Palästinenser demokratisch einwandfrei und mehrheitlich die Hamas gewählt. - Wir sollten wissen, warum, und dafür sorgen, daß die bisherige Politik, die die Palästinenser nicht zu ihrem Recht kommen läßt, nicht mehr fortgesetzt wird. - Doch die Töne, die zu hören sind, deuten weiter den falschen Weg an, der zu weiterer Radikalisierung führen dürfte. -

Es ist immer etwas bedenklich, zu fragen: "Was wäre, wenn ..."; denn die Zeit läßt sich - zwecks Überprüfung - nicht zurückdrehen. Und doch sollten wir uns einmal vorzustellen versuchen:

"Wie sähe es heute in Palästina aus, wenn der ehemalige Ministerpräsident Rabin nicht ermordet worden wäre?" - Wenn beide Völker aufeinander zugegangen wären, hätten dann heute die Hamas die Mehrheit im palästinensischen Parlament? - Scharon hat seinerzeit durch seine Provokation auf dem Tempelberg in Jerusalem die Spannungen wieder verschärft und keinesfalls den 'Friedensprozeß' vorangebracht. - Die Ernte der Politik: 'Auge um Auge, Zahn um Zahn' wird heute eingefahren. - (Oder gilt nicht, wie zu Hitlers Zeiten: "Für jede Bombe, die auf deutschen Boden fällt, werden 10 auf den Boden des Feindes fallen!" - Dann ist die Eskalation programmiert.)


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