Eine andere Lebenseinstellung

(März 2006)

Wir brauchen eine grundsätzlich andere Lebenseinstellung - weg vom 'Ich', hin zum 'Wir'. - Ich las, daß Überlegungen in einer solchen Richtung völlig utopisch seien; denn 'die Menschen' seien nun einmal anders. Jeder strebe doch danach, für sich das Bestmögliche herauszuholen, und wir seien doch eine 'freie Gesellschaft'. - Sind es dann keine Menschen, die in anderen Kulturen leben? - Ich erinnere mich an eine vor längerer Zeit gebrachte Fernsehsendung: Es war meines Wisses in Indien. Ein Taxifahrer verdiente mit seiner Arbeit einen kärglichen Lohn - und versorgte damit - ganz selbstverständlich - nicht nur seine engere, sondern auch die weitere Familie, da keiner von denen Arbeit finden konnte. - Dieses Beispiel ist keine Ausnahme!

Sollen wir eine solche Einstellung bedauern - oder uns schämen, weil wir sie nicht akzeptieren wollen? - Was würde Jesus dazu sagen, auf den wir uns doch als 'christliche Gesellschaft' immer wieder berufen? - Soll nicht sogar die europäische Verfassung darauf Bezug nehmen? -

Unsere Gesellschaft ist in wenigen Jahrzehnten zu einer 'Gesellschaft des Ich' geworden. Liegen die Anfänge bei der 68er Bewegung? - Ich weiß es nicht. - Die Zukunft kann aber nur bewältigt werden, wenn wir zu einem sinnvollen 'Wir' zurückfinden. Da reicht es nicht zu rufen: "Wir sind Papst!" oder "Wir haben die meisten Medaillen bei den Olympischen Winterspielen." - Das Wir, das sind auch die anderen Völker überall in der Welt!

Da war im Fernsehen ein Treck von Flüchtlingen zu sehen, die am Ende des letzten Krieges ihre Heimat verlassen mußten. - Bedrückende Bilder! - Aber wie viele Flüchtlinge gibt es heute anderswo auf den Straßen? - Ihr Schicksal ist oft schlimmer als unseres damals. -

Wir meinen, daß die Weltauffassung der westlichen Welt die richtige sei. Die anderen müßten sich in dieser Richtung anpassen. - Kann es nicht aber auch sein, daß in bestimmten Bereichen die Lebensformen der anderen besser sind? - Kann es nicht sein, daß wir auch von ihnen lernen, uns ihren Lebensformen anpassen müßten? - Das sei unzumutbar! - Aber umgekehrt fordern wir es. - Ich kenne mich mit den Lebensformen anderer Völker nicht aus, kann also keine Beispiele nennen. Aber die Frage sollten wir uns schon stellen.


Klicken Sie auf Home, wenn Sie links keine Navigation sehen: Zur Homepage: 
www.zukunft-frieden-schulze.de 
Zukunft und Frieden als Lebensaufgabe