Die "Pi-Taste"

aus der Zeitschrift "Information - Zukunfts- und Friedensforschung", Heft 4 von 1977, S. 161

Eigentlich müßte sie "1/pi -Taste" heißen. - Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wieviel kostbares Wasser mit Trinkwasser-Qualität für Wasch- und Spülzwecke verwendet wird? - Wahrscheinlich wird es später einmal selbstverständlich sein, daß Trink- und Brauchwasser mit zwei getrennten Leitungen in die Haushalte geführt werden. Mein Vorschlag wäre, daß man schon heute mit verhältnismäßig geringen Mehrkosten bei allen Neubauten ein zweites Leitungssystem vorsehen sollte, damit später die Trennung erleichtert wird.

Es geht aber nicht nur darum, Wasser von höchster Qualität, sondern überhaupt Wasser zu sparen. Wir sollten nicht erst auf den akuten Notstand warten. Die "Pi-Taste" könnte hier helfen. Unsere WC-Anlagen sind im Laufe der Zeit gründlich untersucht und auch immer wieder verbessert worden. Dabei hat sich herausgestellt, daß man beim "Großen Geschäft" 9 Liter Wasser benötigt, um eine einwandfreie Spülung des gesamten Rohrsystems zu erreichen. Man könnte wohl aber annehmen, daß beim "Kleinen Geschäft" 1/3 der Wassermenge (ca. 1/pi ) genügen würde. Nun sind aber unsere Spülkästen so konstruiert, daß die gesamte Wassermenge mit großer Spülkraft ausläuft. Man kann also die Menge nicht dosieren. Ein Druck auf die Taste genügt. Für ganz geringe Mehrkosten ließe sich aber eine zweite Taste - die "Pi-Taste" - einbauen, die ein Ventil am Ende eines Standrohres öffnet, so daß über dieses Standrohr nur etwa 1/3 des Spülkastens auslaufen kann.

Was könnte damit gespart werden. - Ich habe mir sagen lassen, daß man in einem modernen Haushalt mit Waschmaschine und Geschirrspülmaschine mit rund 50 m3 Wasserverbrauch pro Jahr rechnen kann. Das sind rund 130 l/Tag und Person. Würde man das WC "zwischendurch" 5mal am Tage benutzen, so ergäbe das 5 x 6 = 30 l Einsparung oder rund 1/4 des Haushaltsverbrauchs. Für eine Stadt wie Hannover mit ca. 500 000 Einwohnern dürften das ca. 15000 m3 pro Tag sein, eine ganz beachtliche Menge. Vielleicht stellt sich aber heraus, daß dann das Hauptsammlersystem nicht ausreichend Strömung hätte. Das Wasser, das man dann zusetzen müßte, könnte aber ganz gewöhnliches Flußwasser sein .



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Anmerkung: (26.02.06)

Ich habe damals (Anfang 1978) auf der Haushaltmesse (infa) in Hannover diesen Gedanken Personen vorgetragen, die in dieser Branche arbeiteten. Ich bekam immer wieder die Antwort, daß der Gedanke wohl richtig sei, die Bauvorschriften dies aber nicht zuließen.

Es hat aber nicht lange gedauert, bis sich dieses Prinzip in den verschiedensten Ausführungen doch durchgestzt hat. Sicher war ich nicht der Einzige, der in dieser Richtung dachte.


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