'Unternehmen DELPHIN' gescheitert
Es kommt jetzt auf uns alle an!
Notizen und Gespräche über Gegenwart und Zukunft unseres Planeten

ist der Titel eines bemerkenswerten Buches. Sein Verfasser Dr. Lothar Schulze, Jahrgang 1921, ist Physiker. Seit 1956 hat er sich neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Technischen Universität Hannover in zunehmendem Maße mit den Fragen der Zukunfts- und Friedenssicherung beschäftigt. 1964 gründete er in Hannover die Gesellschaft zur Förderung von Zukunfts- und Friedensforschung E.V., deren langjähriger 1. Vorsitzender er war. Sie gab von 1965-1978 die Vierteljahreszeitschrift 'Information - Zukunfts- und Friedensfor schung' heraus, in der auch viele Beiträge von Lothar Schulze zu finden sind. 1984 wurde ihm als erstem Deutschen für diese Pionierarbeit der Internationale-Lentz-Friedensforschungspreis in St. Louis (USA) verliehen.

Schon der Haupttitel weist darauf hin, daß es sich nicht nur um ein reines Sachbuch handeln kann, in dem Lothar Schulze seine große Erfahrung und sein reiches Wissen als Wissenschaftler weitergibt. Den Lesern gefällt schon nach den ersten Seiten seine Fähigkeit, schwierige Probleme in allgemein verständlicher Weise zu behandeln, ohne zu verflachen. Er hat den Anspruch, möglichst viele Menschen zu erreichen und auch gerade solche, die sich noch nicht intensiv mit den großen Lebensfragen beschäftigt haben. Ein Ausspruch von Albert Einstein ist ihm Leitwort: "Man kann die Probleme nicht mit den Denkweisen lösen, die zu ihnen geführt haben." So muß es nicht verwundern, daß in diesem Buch nicht nur neue Denkweisen und Methoden für Problemlösungen zu finden sind, sondern, daß der gesamte Rahmen außergewöhnlich ist. Die ausgewählten Probleme sind hochaktuell - die Lösungsvorschläge zukunftsweisend.

Lothar Schulze kleidet seine Sicht der Dinge und seine oft so verblüffend einfachen wie ungewöhnlichen Problemlösungsvorschläge in einen Science-Fiction-Roman ein. Dieser unterscheidet sich von anderen dieser Gattung dadurch, daß seine "Außerirdischen" nicht in kriegerischer sondern in friedlicher Absicht auf der Erde landen. Sie wollen den Menchen helfen, die Erde vor der Zerstörung der Lebensgrundlagen zu bewahren. Die außerirdische "Expedition DELPHIN" wird aber durch die Explosion des Mount St. Helens vernichtet. Nur ein Wissenschaftler, der sich DELPHIN nennt, und seine Frau entgehen dieser Katastrophe. Sie versuchen in Menschengestalt und als Außerirdische nicht zu erkennen den Menschen in Deutschland Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Er freundet sich u.a. mit Günther Frisch an (Pseudonym von Lothar Schulze), der später das Erbe DELPHINs veröffentlicht. In Gesprächen, Tagebuchaufzeichnungen, Rollenspielen, einem Vortrag, einer fiktiven Regierungserklärung, ja sogar in Märchenform und Satire werden Umweltfragen, Zukunftsprobleme, Krieg und Frieden behandelt, wobei DELPHIN als Außerirdischer unsere Probleme in einem viel größeren zeitlichen, räumlichen und ideologischen Zusammenhang darstellen kann. Er braucht auch auf keine Tabus - z.B. bei den Fragen unseres Wirtschaftssystems - Rücksicht zu nehmen. Der 'Herr von einem anderen Stern' kann es total infrage stellen. Gesucht wird ein 'Dritter Weg' z.B. durch eine 'Kopernikanische Wende in der Ethik' und ein 'Grundgesetz zur Sicherung des Lebens' aber auch durch eine Ökologische Steuerreform, Förderung regenerativer Energien, Geld ohne Zinsen, sozial gerechte Verteilung des Eigentums usw. also auch weniger Egoismus. DELPHIN fordert ein 'Zeitalter des Wir', das kein 'Zeitalter der Masse' sein muß und stellt unserer 'Welt des Habens' eine wertvollere 'Welt des Seins' gegenüber.

Es ist aber nicht die Absicht des Autors, dem Leser vermeintliche Patentrezepte anzubieten. Es kommt ihm darauf an, Erkenntnisse über die weiteren Perspektiven und Ansätze zu einem grundlegenden Umdenken, zu einem vernetzten Denken, - also gewissermaßen einem 'Raumschiffdenken' - zu vermitteln. Das Buch will Mut machen zu neuen Denkweisen, damit für die brennenden Fragen unserer Zeit Lösungen gefunden werden können, die möglicherweise heute noch utopisch erscheinen. - So finden wir Vorschläge, wie das neue Denken jetzt schon verbreitet werden könnte, z.B. die 'Kooperation trotz unterschiedlicher Interessen' mittels einer Fernsehshow oder die Erprobung eines neuen Wirtschaftssystems mittels 'Scheinfirmen' im Internet. Damit fördert das Buch die Lust zum Nachdenken und Mitmachen, statt Achselzucken und Augenschließen.

Aber noch etwas anderes ist außergewöhnlich an diesem Buch. DELPHIN weist uns darauf hin, daß es Problemlösungen mit Einsatz der Wissenschaft allein nicht geben kann. Die Menschen müssen sich als ein Teil eines größeren Organismus - nämlich Gaia, der 'Mutter Erde' begreifen. Hier wird das Gefühl angesprochen. So zieht sich als roter Faden der Gedanke durch das Buch, daß es Chancen für die Menschen dann gibt, wenn sie nicht nur den Verstand einsetzen sondern auch das Herz, wenn die Liebe zur gesamten Schöpfung ihr Handeln bestimmt. Die Aufforderung an die Menschen, sich so zu engagieren, ist DELPHINs Vermächtnis.

Dem Leser bleibt nicht verborgen, daß sich sowohl in den Argumenten DELPHINs als auch in den Gedanken und Erläuterungen von Günther Frisch die Vorstellungen und Erfahrungen des Autors wiederfinden. So enthält das Buch auch versteckte autobiographische Züge. Wenn DELPHIN am Schluß in die Welt hinausruft: "Menschen setzt euren gesamten Verstand ein, die Erde vor dem Verderben zu bewahren. - Laßt euch vom Herzen leiten, das hoffentlich nicht aus Stein ist ..." so möchte uns Lothar Schulze aus tiefster Überzeugung dazu bewegen, alle unsere Fähigkeiten der Aufgabe zu widmen, die Lebenstauglichkeit unseres Planeten Erde zu erhalten und damit auch eine lebenswerte Welt für uns Menschen. Er hat ein Buch geschrieben, das durch die Ehrlichkeit des Engagements und die Klarheit in der Argumentation besticht. Es ist ein Buch, das sowohl als Science-Fiction-Roman aber auch als Sachbuch zu lesen ist. Es gehört besonders auch in die Hände von jungen Leserinnen und Lesern, die durch diese Lektüre nicht nur tiefer gehende Einblicke in brennende Zukunftsfragen bekommen, sondern eine Menge Wissenswertes über die Möglichkeiten erfahren, in welchen Bereichen die Krisen der Menschheit entschärft oder zum Teil auch gelöst werden können. - Ein umfangreiches Stichwort- und Namensverzeichnis und Seitenverweise erleichtern die Orientierung.

Prof. Dieter Simon, Hamburg


Inhaltsverzeichnis

Ein kurzes Vorwort von Lothar Schulze

Wie ich zu den Funden kam - Einführung des Herausgebers Günther Frisch

Schicksalsberg Mount St. Helens - erste Tagebuchnotizen, Sommer 1980, Beschreibung der Katastrophe

Was geschah in der Bundesrepublik? - Die Suche nach einer menschlichen Identität - ('Roter Faden' 1)

'Vergangenheitsbewältigung' - der 2. Weltkrieg (Gespräch vom 01.09.80)

Tagebuchnotiz vom 20.09.80 über die geplante Vorgehensweise und Tageb. v. 10.02.81

Zum Beispiel 'Titanic' (Gespräch vom 17.02.81)

Tagebuchnotizen vom 25.07.81 bis 01.08.81 (Gedanken im Urlaub)

Die Ostermärsche Anfang der 60er Jahre (Gespräch vom 07.03.82)

Zukunft und Frieden als Aufgabe der Wissenschaft (Gespräch vom 07.07.82)

"Weiterdenken" - "Den Frieden denkbar machen!" ('Roter Faden' 2)

'Zwiedenken' - nicht nur bei Orwell (Gespräch vom 12.04.83)

Tagebuch vom 25.05.83 über die 'Kopernikanische Wende in der Ethik' und das 'Grundgesetz zur Sicherung des Lebens'

Das 'Grundgesetz zur Sicherung des Lebens' (Gespräch vom 15.07.83)

Tagebuchnotiz vom 16.07.83

Das 'Grundgesetz zur Sicherung des Lebens' - Zweites Gespräch (vom 30.08.83)

Gespräch über Spielregeln (im Spiel und in unserer Gesellschaft) (21.10.83)

Tagebuchnotiz vom 13.03.85 (verschiedene Gedanken über gute Beispiele)

Vortrag: 'Den Frieden denkbar machen!' (27.09.85)

Weihnachtsbrief 'Ein außergewöhnliches Gipfeltreffen' (Weihnachten 1985)

Tagebuchnotiz vom 28.01.86 zur Challanger-Katastrophe

Die neuen Ministersessel - Satirisches Märchen (10.03.86)

Alle können gewinnen! - Das Umdenken lernen - ('Roter Faden' 3)

Tagebuchnotiz vom 20.05.87 (Betrachtung zu einer Fernsehsendung)

Kooperationsspiel 'Alle können gewinnen' - ein Rollenspiel (ab 15.03.90)

Das Netzwerk der guten Gedanken (zum 75. Geburtstag von Robert Jungk) (Gespräch vom 15.05.88)

Die Autoflut muß eingdämmt werden! (Gespräch vom 23.10.90)

"..... und hätte die Liebe nicht, ..." ('Roter Faden' 4)

Hochzeit im Schatten des Golfkonfliktes (eine Ansprache - 28.12.90)

Er nannte sie 'Kätzchen' - Tagebuchaufzeichnungen ab 31.05.93
    darin: Weihnachtsbrief '.... und hätte die Liebe nicht ....'
Es geht auch anders! ('Roter Faden' 5)

Tagebuchnotiz vom 24.03.94 - Störfall Biblis

Alternative Wirtschaftsformen (Gespräch vom 26.03.94)

Regierungserklärung - fiktive Rede eines neuen Bundeskanzlers

Rentendiskussion (Gespräch vom 24.04.94)

Wahlen verstehen (Gespräch vom 12.09.94)

'Die Insel' - Alternative Wirtschaftsformen - 2. Gespräch (vom 10.03.96)

Kernenergie und Kernwaffen (Gespräch vom 29.04.96)

Herz und Verstand - DELPHINs Vermächtnis ('Roter Faden' 6)

Tagebuchnotiz vom 04.05.96

Chaostheorie und Wege in die Zukunft (Gespräch vom 07.05.96)

Tagebuchnotiz vom 08.05.96

DELPHINs Vermächtnis (Gespräch vom 10.05.96)

Nachwort des Verfassers Lothar Schulze

Stichwort- und Namensverzeichnis


Klicken Sie auf Home, wenn Sie links keine Navigation sehen: Zur Homepage: 
www.zukunft-frieden-schulze.de 
Zukunft und Frieden als Lebensaufgabe