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pro ZUKUNFT
Informationsdienst der Internationalen Bibliothek für Zukunftsfragen
Herausgegeben von der Robert-Jungk-Stiftung, Salzburg
in Zusammenarbeit mit FUTURE SURVEY und futuribles
Jahrgang 11 1997 Nr. 3

....... (Bibliographische Daten)
Außerirdische sind auf der Erde gelandet, um sie vor dem Untergang zu bewahren. Allein dieser Blickwinkel hebt den Science-Fiction-Roman von Lothar Schulze, einem Pionier der Friedensforschung, wohltuend von den meisten Produkten diese Genres ab. Doch leider, wie der Titel verrät, ist der Versuch der Aliens offenbar gescheitert. Was ist passiert?

Der Landeplatz des außerirdischen Raumschiffs lag in der Nähe des Vulkans Mount St. Helens, der wenige Tage nach der Landung aktiv wurde. Von den ca. 250 Außerirdischen überleben nur der Wissenschaftler "Delphin" und seine Frau diese Katastrophe. "Delphin" war in Gestalt eines Menschen für die Arbeit in der Bundesrepublik vorgesehen, der er auch in den Jahren 1980 - 1996 nachging. Als sein "Ende" naht, bittet "Delphin" einen Vertrauten , dessen Identität er sich auf der Erde zuweilen bedient, sein Vermächtnis, das aus Tagebuchaufzeichnungen und Tonbandprotokollen über Gespräche, Rollenspiele und Vorträge besteht, in Gewahrsam zu nehmen.

Der Leser findet sich bald auf einer Reise durch die Geschichte der 80er und 90er Jahre wieder, wenn "Delphin" seine Sicht der Dinge darlegt und diese mit Informationen darüber anreichert, wie die Menschen selbst versuchten, mit ihren Problemen fertig zu werden. In "Delphins" Aufzeichnungen finden sich u.a. Notizen über das "Netzwerk der guten Gedanken" - zuvor publiziert aus Anlaß des 75. Geburtstages von Robert Jungk und dessen Forderung nach "Advokaten der Zukunft" ebenso wie seine Gedanken zur Chaostheorie und ein "Grundgesetz zur Sicherung des Lebens" - dies wohl ein wesentlicher Abschnitt des Buches, das - so Schulze - einen Beitrag zur "Kopernikansichen Wende in der Ethik" leisten könnte. In den Gedanken "Delphins" und im Herausgeber der Materialien, Günther Frisch, ist unschwer Lothar Schulze selbst und sein eigener Werdegang vom Wissenschaftler zum Friedensbewegten nachzuvollziehen.

Im wesentlichen geht es dem Autor um die Vermittlung von Ansätzen zu einem Aufbruch zu Neuem Denken. Seine Vorschläge, etwa zur notwendigen Änderung der Politik, bleiben indes bewußt vage. Er vertraut auf eine Art "Schneeballsystem", in dem jeder seinen Beitrag zum Ende der Wachtstumsideologie leisten müsse, nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit den Gefühlen, mit der Liebe zur gesamten Schöpfung (Gaia), "nicht mit dem Mut der Verzweiflung, sondern mit dem Mut der Hoffnung".

A.A.


vorläufiges Ende
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