"Der Herr vom anderen Stern"

Vor Jahren wurde einmal ein utopischer Film mit dem Titel "Der Herr vom anderen Stern" angekündigt. Auf den Inhalt kommt es hier nicht an. - Viel interessanter sind folgende Fragen, zu denen der Titel anregt:

1. Warum wählen u.a. auch ernstzunehmende Wissenschaftler die Form der "utopischen Erzählung" wie z. B. Leo Szilard in seiner Sammlung "Die Stimme der Delphine"? (Siehe hierzu auch den Leitartikel in Heft 4/71 unserer Zeitschrift.)

2. Kann die "Perspektive von außen" uns besser gangbare Wege zur Lösung unserer Probleme aufzeigen?

Prof. Carl Friedrich von Weizsäcker empfiehlt in seinem Vorwort zum obengenannten Buch von Szilard, die Geschichten "als geistige Gymnastik zur Einübung in die Probleme der kommenden Jahrzehnte" zu lesen. - Damit wird genau das Wesentliche gesagt. Unsere Welt erfordert beträchtliche Strukturveränderungen, wenn die Menschheit mehr als nur überleben will. - Der Streit um das "richtige Gesellschaftssystem" wird dabei wohl kaum zugunsten der einen oder anderen extremen Richtung entschieden werden. - Hat die Lebensform der Zukunft überhaupt schon jemand im Blick? - Die utopische Erzählung will nicht die Realität von morgen zeigen. Sie kann aber den Leser von den Fesseln im Denken befreien, die er sich als "Mit­betroffener" der notwendigen Änderungen bewußt oder unbewußt immer wieder anlegt. Sie braucht auch nicht auf Tabus Rücksicht zu nehmen, die ein Weiterdenken mancher Fragen auch heute noch erschweren oder unmöglich machen.

Kann aber ein "Herr vom anderen Stern" unsere Probleme richtig sehen? - Man könnte als Gegenbeispiel anführen, daß es uns Menschen aus den Industrienationen außerordentlich schwerfällt, die Fragen der Entwicklungsländer richtig zu beurteilen, obwohl das doch auch eine "Perspektive von außen" ist. - Wenn wir diesen Einwand gelten lassen, so wäre daraus zu folgern, daß es nicht nur darauf ankommt, daß man genügend Abstand gewinnt, sondern daß man auch noch die Fähigkeit braucht, das Gesehene richtig zu deuten. Hieran sollten wir denken.

Da die GFZFF (Gesellschaft zur Förderung von Zukunfts- und Friedensforschung e.V.) eine ihrer wesentlichen Aufgaben darin sieht, neue Lösungsmöglichkeiten denkbar zu machen, bringen wir dieses Mal den ersten Versuch von Günther Frisch, mit Hilfe eines utopischen Berichtes zur "geistigen Gymnastik" anzuregen.


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