Science-Fiction wozu? - Wie es begann

In meinem 'Weihnachtsbrief' von 2004 habe ich auf die Studie des 'Club of Rome' von 1972 mit dem Titel 'Die Grenzen des Wachstums' hingewiesen. Diese Studie ist aber nicht der Anfang der Wachstumsdiskussion. In meinen 'Zwölf Thesen zur Zukunfts- und Friedensforschung' von 1968 findet sich schon ein Hinweis auf die 'Sättigungskurve'. Auch viele andere Themen, die in meinem Buch "Unternehmen DELPHIN gescheitert ...." angesprochen werden, wurden schon in den 60er und 70er Jahren erörtert. Wegen der Rahmengeschichte des Buches mußten sie mit einem späteren Datum versehen werden.

Ich war schon relativ früh der Auffassung, daß wir ein grundsätzlich anderes System des Wirtschaftens und des Umgangs mit unseren Mitmenschen in anderen Ländern und mit der Natur benötigen, wenn die weltweiten Probleme der Menschheit gelöst werden müssen.

Wie sollte dieses Denken aber möglichst vielen vermittelt werden können, wenn das Wort 'Systemveränderung' Diskussionen in dieser Richtung verhinderte, weil es damals - ebenso wie das Wort 'Kommunismus' - tabu war. Der 'Systemveränderer' wurde gewissermaßen als 'Aus­sätziger' angesehen. - Heute hört man das Wort seltener, die Haltung zu einer Änderung des Systems ist aber die gleiche. Nur wenige wagen es, solche Themen anzusprechen. Doch nach dem Kriege wurde der älteren Generation vorgeworfen, daß sie zu feige gewesen sei, um andere Auffassungen als die des Nationalsozialismus zur Sprache zu bringen.

Wie sollte ich aber andere Möglichkeiten aufgreifen und auch noch zur Diskussion darüber anregen, ohne in die 'Systemverändererfalle' zu geraten? - Da fiel mir ein Trick ein, den schon der Physiker Leo Szilard angewendet hat, als er seine utopischen Erzählungen 'Die Stimme der Delphine' veröffentlichte. In der Titelgeschichte sind es die - angeblich viel intelligenteren - Delphine, die den Menschen Ratschläge geben. In der Erzählung 'Der Zentralbahnhof' sind es Außerirdische, die den Finger auf die Wunde 'Wirtschaftssystem' legen.

Wenn ich annahm, daß ein Raumschiff von einem weit entfernten Planeten auf der Erde landet, um den Erdbewohnern bei ihren Schwierigkeiten zu helfen, so mußten diese Wesen viel weiter in ihrer Entwicklung sein und ein Wirtschafts- und Gesellschaftssystem besitzen, daß es ihnen ermöglicht, mit den Problemen, die wir heute haben, leicht fertigzuwerden. So habe ich 1973 eine Science-Fiction-Erzählung in unserer Zeitschrift 'Information - Zukunfts- und Frie­densforschung' veröffentlicht und dabei erstmals das Pseudonym 'Günther Frisch' benutzt. Es ist entstanden aus meinem zweiten Vornamen 'Günther' und der Zusammenziehung von 'Friedensschulze', einem Spitznamen, den mir die Kollegen einmal in der Universität gegeben haben. Die Geschichte trägt den Titel: "Interstellarer Entwicklungsdienst leitet Notprogramm 'Erde' ein. - Ist der Planet 'Erde' noch zu retten?" (Information 9, Heft 2, Juli 1973, S. 72-85) Durch die Verwendung des Pseudonyms für diesen Beitrag war ich in der Lage, in dem Leitartikel im gleichen Heft mit dem Titel: "Der Herr vom anderen Stern" (S. 71-72) den eigenen Science-Fiction-Artikel zu kommentieren und in den Aussagen etwas zu relativieren; denn dafür verwendete ich meinen echten Namen 'Lothar Schulze'.

In dieser Science-Fiction-Erzählung wurden alle die Dinge angesprochen, die mit einem Tabu belegt waren, aber zur Sprache gebracht werden mußten. Wesen von einem anderen Stern konnte man ein anderes System nicht verwehren, sondern mußte es zur Kenntnis nehmen - und vielleicht auch darüber nachdenken. - Das war ja die Absicht.

Bald kam ich dann zu der Erkenntnis, daß ein so kurzer Artikel nicht ausreichte, um vielleicht ein Umdenken einzuleiten. So entschloß ich mich, ein Buch zu schreiben. Doch es benötigte aus verschiedenen Gründen viel Zeit, bis es endlich unter dem Titel "Unternehmen DELPHIN gescheitert ....." im Frühjahr 1997 veröffentlicht werden konnte.

Auf den folgenden Seiten bringe ich die beiden oben genannten Artikel aus der Zeitschrift 'Information - Zukunfts- und Friedensforschung.


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